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Geschichten, die erzählt werden müssen - Teil 2 Köln


Am fünften Tag unserer Deutschlandreise habt ihr uns nach Köln geschickt. Eine klasse Abstimmung, denn hier haben wir einen wundervollen Tag verbracht.


Bereits auf dem Weg dorthin haben wir uns überlegt, dass es perfekt zu unserer Tour passen würden, wenn wir unserer FCI-Legende Moritz Hartmann einen kleinen Besuch bei seinem neuen Verein abstatten würden. Dass er dem sofort zugestimmte, hat uns natürlich riesig gefreut. Doch dazu gleich mehr.

Erstmal waren wir von der Rheinmetropole mehr als überwältigt. Für mich war es tatsächlich der erste Besuch in Köln, aber schon als wir aus dem Bahnhof heraus getreten sind und der imposante Dom vor uns aufragte, war mir klar, dass die 24 Stunden, die wir für diesen Besuch einkalkuliert hatten, zu kurz sein würden. 

Glücklicherweise hat es sich mittlerweile so gefügt, dass wir trotz Spielansetzung am Dienstagabend, zur Auswärtsfahrt Ende September wiederkommen werden. Zwar in kleiner Runde, aber besser als gar nicht!

Als wir dann also am Dienstagvormittag bei Temperaturen von über 30°C in Kölns Südstadt ankamen, um "unserem Bomber" Mo Hartmann zu besuchen, wussten wir von seinem neuen Verein Fortuna Köln noch recht wenig. Die Rheinländer hatten zuvor ihren Saisonauftakt gegen Preußen Münster verloren, doch Moritz hat beim Endstand von 1:4 den ersten Treffer für seinen neuen Verein erzielt.

Auf dem Vereinsgelände angekommen, sahen wir zuerst nur ein paar Bauarbeiter, die trotz sengender Hitze, schweres Gerät bewegten. Einer von Ihnen, der gerade eine Pause machte, kam gleich freundlich auf uns zu und fragte, ob er uns weiterhelfen könne. Wir sagten, dass wir auf Mo Hartmann warten würden. Den hätte er heute zwar noch nicht gesehen, aber dort drüben laufe gerade einer seiner Mitspieler, deutete er in Richtung Trainingsplatz. Eben jener Mitspieler, dessen Namen ich leider nicht kenne, lief dann auch sofort auf uns zu und lächelte beim Anblick unserer Vereinsembleme wissend. Keine Ahnung, ob Moritz seinen Kameraden von unserem angekündigten Besuch erzählt hat, oder ob unsere Absichten einfach zu offensichtlich waren, aber ohne ein Wort der Erklärung sagte der Fortuna Kicker, dass er jetzt zurück zur Mannschaft in den Kraftraum ginge und Mo anschließend zu uns raus schicken würde. Wir waren von so viel Hilfsbereitschaft überrascht und die familiäre Atmosphäre im gesamten Verein wurde sofort mehr als deutlich.


Moritz lies dann auch nicht lange auf sich warten. Noch vor der verdienten Dusche kam er zu uns raus und wir unterhielten uns eine Weile. Über unsere Tour wusste er so grob Bescheid, denn ich hatte ihm den Link zu unserer Homepage geschickt. Dennoch wollte er wissen, was wir noch so geplant hatten und wie es uns nach Köln verschlagen hatte. Daraufhin haben wir ihm erzählt, dass ihr mit großer Mehrheit für diesen Besuch abgestimmt habt und uns auch viele Grüße mit auf den Weg gegeben habt, für den Fall, dass wir ihn treffen würden. Ich denke darüber hat er sich sehr gefreut, denn er hat diese Grüße an alle Schanzer-Fans aufs herzlichste erwidert. Als dann auch noch Fortunas Trainer Koschinat an uns vorbei lief und mit uns scherzte, wussten wir endgültig, dass Moritz hier einen tollen neuen Verein gefunden hat.

Noch beschwingt von diesem netten Gespräch haben wir uns anschließend auf die Suche nach einem Biergarten und einer Erfrischung gemacht. Als wir also fröhlich vom Vereinsgelände schlenderten, trafen wir auf einen Herren, der gerade mit Frau, Kind und Hund einen Spaziergang machte. Ein kurzer Blick auf unsere Trikots reichte und schon waren wir im Gespräch. Das war so angeregt, dass er an der nächsten Kreuzung spontan beschloss, uns noch bis zum Biergarten zu begleiten. Dem Hund war das recht, die Frau schwitzte doch arg.


So erfuhren wir also von Fortunas Wiederaufbau in den letzten Jahren. Der Verein, der nur acht Tage nach dem 1. FC Köln gegründet wurde, hat viel Spannendes zu bieten. Unser Reiseführer berichtete vom packenden Relegationsspiel 1986, das erst im dritten Entscheidungsspiel gegen Borrusia Dortmund verloren wurde. Wir erfuhren von der rauschenden Party, die die gesamte Kölner Südstadt feierte, als Fortuna gegen den Effzeh im DFB-Pokalfinale 1983 spielte. Das Spiel wurde zwar verloren, den Wettbewerb um die beste Feier haben sie gegen den Stadtrivalen aber wohl deutlich gewonnen.

Eine kuriose Geschichte war dann auch noch dabei. Fortunas langjähriger Mäzen Jean Löring, ein gelernter Elektriker, soll bei einem drohenden Spielabbruch aufgrund von Lichtausfall, auf einen der Masten geklettert sein und für den Rest des Spiels das gerissene Kabel zusammengehalten haben.

Nicht mal die Fortuna Fans selbst glauben, dass es sich genau so zugebracht hat, aber es zeigt doch auch, was die Tugenden dieses Vereins sind: Hingabe und Einsatzwillen. Als wir ihm dann noch versichterten, dass er genau das auch von Neuzugang Hartmann erwarten kann, war er hellauf begeistert.

"Die Fortuna, das ist für Kölns Kinder ein wichtiger Anlaufpunkt. Der Verein holt sie von der Straße und gibt ihnen eine Zukunftsaussicht." Hoffen wir also, dass die Rückkehr in den Profifußball von Dauer sein möge.

Für uns war der Tag am Rhein ein echtes Highlight. Wir haben unseren Bomber getroffen und noch dazu einen interessanten Verein kennen gelernt. Die besten Geschichten erfährt man, wenn man danach fragt!

Was wir in Berlin tolles erlebt haben, erzählen wir auch bei Teil 3 von "Geschichten, die erzählt werden müssen."

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