• Caroline

Zamsteh und zamhoidn


Es waren harte Tage für alle Schanzer. Die Diskussion um unseren Kapitän Marvin Matip, die Entlassung von Sportdirektor Angelo Vier und allen voran die Niederlage am vergangenen Wochenende beim Tabellennachbarn Sandhausen. Und weil alles kommt, wie es kommen muss, fiel das bereits länger geplante Fantreffen genau in diese turbulente Woche. Perfektes Timing.


Ehe wir nicht die Möglichkeit zum Dialog mit Marvin Matip hatten, wollten wir uns zu der Thematik auch nicht äußern. Aus der Emotion heraus, (die sich bei mir persönlich nicht erst IN Sandhausen, sondern schon Wochen zuvor aufgebaut hatte) hätte ich Dinge geschrieben, die ich nach dem gestrigen Abend wohl nicht mehr ganz so scharf formulieren würde. Deshalb bin ich froh, die Stellungnahme von Marv abgewartet zu haben. Ich möchte hier nicht noch mal alles aufwärmen, was in der Vergangenheit vorgefallen ist. Für mich zählt: Matip macht gerade, wie viele andere Schanzer auch, egal ob Fan oder Spieler, eine schwierige Zeit durch. Und wer kennt das nicht? Wenn du frustriert und genervt bist, brodelt es über Wochen und irgendwann passiert es dann. In Marvins Fall gab es einen konkreten Auslöser, manchmal reicht aber auch eine hartnäckige Mücke oder ein schleichender Autofahrer und man explodiert. Ich für meinen Teil kann das gut nachvollziehen. Und als ich den gekränkten Stolz nun mal etwas zur Seite geschoben habe (denn den hat er gekränkt, das muss ich schon zugeben), konnte ich gestern Abend plötzlich folgendes: verzeihen.


Vergessen ist die ganze Sache noch nicht, zumindest vorerst nicht. Ich möchte in den kommenden Wochen gerne sehen, dass den Worten Taten folgen. Dass die Mannschaft zu uns kommen MAG, weil sie uns braucht - ebenso wie wir sie brauchen. Es ist ein bisschen wie in einer Beziehung. Man weiß zwar, dass man sich liebt, aber es tut trotzdem gut, es sich hin und wieder auch zu sagen. Deshalb war der gestrige Abend auch wertvoll.

Über einzelne Wortlaute möchte ich jetzt hier nicht berichten. Ihr seid größtenteils selbst dort gewesen und wenn nicht, konnte man mittlerweile auf zahlreichen Plattformen Zitate lesen.

Aber ich möchte euch mitteilen, was ich für mich aus Einzelgesprächen mit Marcel Gaus, Robin Krause und Alexander Nouri raus gezogen habe. Die Jungs brauchen uns. Wir sollten uns weniger als DIE Spieler und UNS Fans ansehen. Wir sind einfach Schanzer - alle gemeinsam. Und wenn wir das so sehen, Kumpels, denen man am Wochenende beim Kicken zusieht, Freunde, die einen vom Spielfeldrand supporten und wahre Unterstützer, die sich auch mal mit konstruktiver (!) Kritik wieder gegenseitig in die Spur bringen, dann kann das auch wieder was werden.


Deshalb mein Appell an Alle: Wir hatten gestern die Möglichkeit, unseren Frust direkt abzuladen. Wer das nicht genutzt hat, ist selbst Schuld und möge jetzt auch in der Anonymität des Internets bitte schweigen. Wir haben uns die Meinung gesagt, jetzt ist es an der Zeit uns wieder unsere Liebe zu bekunden. Deshalb am Sonntag alle: Zamsteh und zamhoidn!


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