• Caroline

Endstation Schweinfurt

Gestern Abend endete für unsere Schanzer das Projekt Toto Pokal. Völlig zurecht schieden wir beim bayerischen Regionalligisten aus.



Die Strecke A9 / A3 kennen wir jetzt bald im Schlaf. Nur wenige Tage nach der letzten Auswärtsfahrt, schlängelten wir uns für unsere Mannschaft mal wieder durch sämtliche Baustellen der Region. Das Ziel: na klar - Unterfranken!

Der FC Schweinfurt war nicht das einfachste Los für diese Pokalrunde. Der Toto-Sieger von 2017 und 2018 und aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Bayern ist eine größere Nummer als Gebenbach oder Burgwallbach zuvor. Trotzdem - und das muss klar sein - bei den Ansprüchen unserer Mannschaft sollte das Team rund um den Ex-Schanzer Amar Suljic nicht zum Stolperstein werden. Eigentlich.



Nach der Niederlage in der Liga am Samstag gegen Viktoria Köln war klar, dass unsere Jungs nun Selbstvertrauen benötigen. Deshalb schickte Saibene viele etablierte Spieler auf den Platz. Von 2. Garde, wie ich es in manchen Facebook-Kommentaren gelesen habe, will ich hier gar nichts hören. Das sind eben jene Spieler, die die gleichen Nörgler beim Umbruch noch in die Startaufstellung gefordert haben. Doch obwohl es im Vergleich zum Wochenende ein paar Änderungen gegeben hat, blieben die Probleme die selben. Völlig verdient ging eine mutig auftretende, eingespielte Schweinfurter Mannschaft im zweiten Durchgang in Führung. Auf dem Platz und auf der Tribüne gaben die "Schnüdel" den Ton an, Ingolstadt hatte kaum was zu melden. Dass es überhaupt noch zum Elfmeterschießen kam, war mehr Glück als Verstand, doch hätten wir natürlich auch ein unverdientes und "hässliches" Weiterkommen gerne mitgenommen. Doch Elfmeterschießen ist reine Lotterie und so gewann dann doch die insgesamt bessere Mannschaft.



Wo zu Beginn der Saison noch Witz, Spielfreude und Dynamik vorherrschte, waren plötzlich Verunsicherung und Zurückhaltung zu sehen. Woran liegt das? Haben wir nach so kurzer Zeit schon wieder was zu verlieren? Welchen Druck machen sich vor allem die jungen Spieler? Nach dem gestrigen Spiel konnten wir noch ein paar Worte mit den Jungs am Zaun wechseln. Auch Marcel Gaus bestätigte, dass "die Erfahreneren die Verantwortung mehr auch sich nehmen müssen, damit die Jungen frei aufspielen können." Dass du im Profigeschäft immer Druck hast, ist klar. Trotzdem, und das vergessen manche "Fans" immer, sind das teilweise sehr junge Männer, die da in unseren Vereinsfarben auflaufen. Paddy Sussek kam gestern mit rot geäderten Augen an den Zaun. Der Junge hat unter seinem Fehlschuss arg gelitten und trotzdem lag das Aus nicht an ihm. Ich nehme da vor allem auch uns Fans in die Pflicht. Ich weiß, das Granteln liegt in der DNA der Ingolstädter, doch man muss auch die Kirche im Dorf lassen. Wir haben einen überzeugenden Neuanfang gewagt, das Team nimmt die 3. Liga sehr gut an und die Punkteausbeute stimmt bisher. Wir haben nur ein Spiel in der Liga verloren, halten wunderbar mit, jeder Spieler bekommt eine faire Chance auf Einsatzzeiten und im Vergleich zu vorherigen Jahren wird nach Leistung und nicht nach Namen aufgestellt.


"Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen." (Bonhoeffer)



Ja, Schweinfurt hätte kein Problem sein dürfen. Aber lassen wir der Mannschaft die Länderspielpause, um die letzte Woche zu hinterfragen. Selbstreflektiert sind die Jungs allesamt, fehlenden Biss kann man ihnen auch nicht nachsagen. Also geben wir ihnen die Zeit zur Aufarbeitung, ohne von außen auch noch unkonstruktiv drauf zu hauen.


Der Toto-Pokal ist damit passé. Um nächste Saison im DFB-Pokal dabei zu sein, müssen wir in der Liga nun unter die ersten Vier kommen.


Alle Bilder zum Spiel findet ihr HIER.



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