• Caroline

Kein Gewinner auf der Schanz

Montagabend, Flutlicht. Zu Gast war der Tabellenführer aus Unterhaching. Nach einer zuletzt schwachen Leistung in München sollte nun gepunktet werden. Doch wir hatten nicht nur Fußball im Kopf.



Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Der Spieltag war fast komplett, es fehlten nur noch unsere Schanzer gegen den Ligaprimus aus Unterhaching. Ein Spiel, das viel erwarten ließ - doch ich hatte überhaupt keine Lust auf Fußball! Nein, das lag nicht daran, dass die letzten Auftritte unserer Jungs wenig ästhetisch waren, sowas verdirbt mir so schnell nicht die Freude am Fußball.

Nein, vielmehr war ich gestern in Gedanken bei unserem Freund Roli, der aktuell leider im Krankenhaus liegt und sein erstes Heimspiel seit vielen Jahren verpasst. Lieber hätte ich an diesem Abend auf den Ausflug in den Audi Sportpark verzichtet, aber dass unsere Fahne einmal nicht im Block hängt, kam für Roli gar nicht in Frage. Also Fußball-Modus an. Das übliche Kribbeln stellte sich dann auch bald ein, auch wenn es ohne dich im Stadion seltsam war, mein Freund!



Gegen starke Hachinger galt es zu bestehen. Unsere zuletzt schwächelnde Abwehr musste den konstanten Oberbayern erstmal standhalten. Das klappte deutlich besser als in den letzten Wochen, auch wenn die Offensivbemühungen etwas darunter litten.

Das Spiel plätscherte so dahin und wurde nur von wenigen Torchancen garniert. Der Fokus schien klar darauf zu liegen, hinten kompakt zu stehen. Es waren vor allem die jungen Elva und Eckert, die durch ihre quirlige Spielweise Schwung in das sonst ereignisarme Spiel brachten. Auch Debütant Gordon Büch gefiel mir auf seiner Abwehrseite gut. Den dreckigen Sieg in der Nachspielzeit hätte ich gerne mitgenommen, doch Kutschke scheiterte am starken Hachinger Keeper.



Nach den letzten Wochen, in der auch intern Kritik an der Moral und an der Leistungsbereitschaft des Teams laut wurde, war das gestern ein Schritt nach vorne. Ich konnte wieder ein Kollektiv sehen, das GEMEINSAM spielt, kämpft und miteinander agiert. Ja, auch ich würde mir manchmal mehr Selbstvertrauen von einigen Spielern wünschen. Einfach mal aufs Tor schießen, statt erneut außen rum zu spielen. Doch woher sollen sie aktuell das Selbstvertrauen nehmen? Gegen den Tabellenführer zu Null zu spielen ist in dieser Phase sicher auch was für die Moral. Es gibt also gar keinen Grund, zu pfeifen oder pausenlos nur zu schimpfen. Das "geht mir genauso auf den Sack" wie die mangelnde Kritikfähigkeit einiger Personen. Fakt ist, dass in Ingolstadt überdurchschnittlich viele Welttrainer auf der Tribüne sitzen. Fakt ist aber auch, dass - vor allem nach den Aussagen unseres Kapitäns letzte Woche - sich auch die Spieler ehrlich mit der Situation auseinander setzen und ihre Leistungen kritisch hinterfragen müssen. Vor allem Jene, die kein Déjà-vu erleben wollen und wissen, wo persönliche Scheuklappen hinführen können. Jeder, Fan und Spieler, sollte dabei sein persönliches Wirkungsfeld im Auge behalten und nicht mit den Fingern auf den oder die Anderen zeigen. Das führt uns nirgendswo hin.



Wenn wir die Defensivarbeit von gestern als Basis nehmen und in der nächsten Woche darauf aufbauen, könnte es eine erfolgreiche Auswärtsfahrt nach Großaspach werden. Diese wird dann leider auch ohne Roli stattfinden, doch die Gesundheit steht an erster Stelle. Werde lieber wieder gesund, damit wir noch viele gemeinsame Auswärtsfahrten gemeinsam verbringen können.


Danke an dieser Stelle an unsere Freunde Domi und Erwin sowie Neli von den Supportern, die uns die Fotos vom Heimspiel zur Verfügung gestellt haben. Danke für eure Unterstützung. So geht Zusammenhalt! Die Fotos findet ihr HIER.

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